Dienstag, 14. Oktober 2014

Spirit Week und Homecoming

Hallo mal wieder,
die letzte Woche war definitiv ein Erlebnis! Gestern war Homecoming an meiner Schule, also der erste große School-Dance den wir hatten. Die Wochen vor den verschiedenen Tänzen die wir haben ist Spiritweek. Jeden Tag gibt's ein anderes Thema.

Montag war Superheroday. Alle haben so wie Superhelden angezogen. Man geht also in die Schule mit Batman, Superman und Captain America. Am Ende des Tages gab es dann eine Versammlung in der Turnhalle. Die ganze Spritweek ist nämlich eine Art Wettbewerb zwischen den verschiedenen Klassen die es gibt, also Freshman (9), Sophomore (10), Junior (11) und den Seniors (12). Bei den Versammlungen spielt man dann verschiedene Spiele, z.B. einen Kuchenesswettbewerb (also wer als erstes ein Stück Kuchen ohne Hände essen konnte), Ballspiele oder Matratzensurfen. Wer die meisten Punkte durch Kostüme und Spiele macht gewinnt.
Sowas machen wir hier in der Schule! 

Dienstag war Tacky Tuesday. Man zieht sich einfach was an was man normalerweise nie tragen würde, wie ich hier rechts im Bild. Alle sehen voll bescheuert aus in der Schule und alle haben großen Spaß. An diesem Tag war außerdem noch ein CrossCountry-Meet, deshalb mussten wir ein bisschen früher gehen.

Mittwochs war der favorite Sportsteam Tag, ich glaube es ist klar was alle an hatten. Der Sport den hier die meisten Jugendlichen am tollsten finden ist natürlich American Football. Lieblingsteam sind die Seattle Seahawks, wahrscheinlich haben manche von euch den Namen schon einmal gehört. Soccer (also Fußball) ist eher ein "Mädchensport".

Donnerstag war der Fake an Injury Day. Es ging haupsächlich darum verletzt auszusehen, je schlimmer desto besser! Manche Schüler haben sich sogar Rollstühle ausgeliehen und sind damit durch die Gänge gefahren. A prospos Gänge: Während der Spirit Week gibt es einen Hallway Contest bei dem die verschiedenen Klassen gegeneinander spielen. Jede Klasse hat ihren eigenen Gang in dem ihre Schließfächer sind. Diese müssen dekoriert werden, in vorgegebenen Farben. Es wird ein enormer Aufwand betrieben wie man hier im Bild sehen kann. Das ist Sophomore Hallway, der Gang von den Siegern des Wettbewerbs.


Am Freitag war Purple and Gold Day (Lila und Gold), also unsere Schulfarben. Alle Kleider müssen in diesen Farben sein, es gibt wirklich verrückte Ideen. Haare werden gefärbt, das Gesicht geschminkt. Außerdem war die letzte Versammlung der Woche, wo die Sieger bekannt gegeben wurden. Gewonnen haben die Sophomore, mit 3 Punkten Abstand von den Seniors. Freitagabend war ein großes Football-Game an unserer Schule, leider haben wirs verloren. Trotzdem war es mal wieder ein Erlebnis! Bilder gibt's in "Mein Auslandsjahr in Bildern".

Samstagabend dann der berüchtigte Homecoming-Dance. Dafür zieht man sich was Schickes an und geht dann mit einem Date zuerst was Essen und dann zum Tanzen. Man braucht nicht unbedingt ein Date um hinzugehen aber ich hab eine Freundin gefragt ob sie Lust hat. Der Tanz hat ist eher wie eine Disco, richtig "tanzen" ist es eigentlich nicht. Es war auf jeden Fall ein toller Abend und ich hatte unglaublich viel Spaß!

Bis bald
Jonas

Samstag, 11. Oktober 2014

Ein Tag an der Onalaska HighSchool

Ein Tag in einer amerikanischen Schule läuft definitiv komplett anders ab als in einer deutschen Schule. Das ganze Schulsystem ist komplett anders, es ist nicht so effektiv wie beispielsweise die deutsche Schule, die Leistungen die die Schüler abliefern müssen sind nicht so hoch aber mir macht die Schule hier persönlich viel mehr Spaß. Ich will jetzt mal an meinem Schultag erklären wie es in der Schule hier so zugeht.

Mein Tag beginnt mit PreCalculus dem zweit schwersten Mathekurs der angeboten wird. Der Stundenplan ist für jeden Schüler verschieden, man wählt am Anfang des Schuljahres aus verschiedenen Kursen, die man dann jeden Tag hat. Deshalb verlässt jeder Schüler die Schule mit unterschiedlichem Wissen. Es ist aber nicht so dass man seinen Abschluss bekommt ohne jemals einen Mathekurs gehabt zu haben. Verschiedene Kurse müssen in der Schullaufbahn gemacht werden oder man kann keinen Abschluss machen. Ich starte also mit einem Mathekurs, obwohl: zuerst kommen die Morning-Announcements. Jeden morgen zuerst der Flag-Saloute über den Lautsprecher. Dieser lautet:

"I pledge allegiance to the Flag of the United States of America, and to the Republic for which it stands, one Nation under God, indivisible, with liberty and justice for all."

Also:  „Ich schwöre Treue auf die Fahne der Vereinigten Staaten von Amerika und die Republik, für die sie steht, eine Nation unter Gott, unteilbar, mit Freiheit und Gerechtigkeit für jeden.“ Dazu steht
man auf, wendet sich zur amerikanischen Flagge die in jedem Zimmer hängt und legt die Hand aufs Herz. Wer eine Kappe oder Mütze auf hat zieht sie ab. Nach dem Falg-Saloute kommen die restlichen Nachrichten des Tages, zum Beispiel über Sportevents, Geburtstage und Exkursionen. Dienstags und Freitags werden auch noch Witze erzählt. Da sieht man mal wieder dass die Amerikaner viel lockerer drauf sind als wir, wer würde bei uns schon Witze über den Lautsprecher erzählen?
PreCalculus ist im Moment noch ziemlich schwierig, ich komme mit den Wörtern noch nicht so ganz mit und bin in Mathe eh nicht die hellste Kerze am Kronleuchter.

Meine nächste Stunde ist VideoProductions. Hier lernen wir viel über Kamera-Einstellungen und machen unsere eigenen kleinen Filme. An mindestens zwei Tagen der Woche schauen wir aber auch Filme und lernen mit Herr der Ringe und co. Alles ganz realaxed. Die Schule bietet uns viel technisches Material wie die Kameras, das Schnittprogramm (ziemlich professionell) und Computer.
Zwischen den Stunden geht man zu seinem Locker, also seinem persönlichen Schließfach in dem man seine Sachen hat. Jeder Schüler hat seinen eigenen Locker, meiner ist hier links, Nummer 188, leider einer in der unteren Reihe.

Nach VideoPro habe ich Englisch. Hier schreiben wir Aufsätze, machen Projekte und lesen Bücher. Die HighSchool erinnert mich eher an eine Art Sommerkampus. Diese Camps wo man hingeht um etwas zu lernen, aber auch ein bisschen Spaß zu haben. Man lernt in der Schule, hat gleichzeitig aber auch viel Zeit für Freunde oder um sich zu unterhalten. Allgemein sind die Regeln in der Schule viel besser als in Deutschland. Hier interessiert es niemanden ob man während den Stunden schläft, isst und trinkt, aufs Klo geht oder das Handy draußen hat. In der gesamten Schule gibt es freies WLan, ziemlich gut weil eigentlich keiner Empfang hat. Nur während Tests und Arbeiten sind Handys verboten.
In den USA schreibt man zwar viel mehr Tests als in Deutschland, kann so aber aber vergeigte Noten schnell wieder aufbessern. Die Noten bekommt man übers Internet, man kann sich auf der Schulwebsite einloggen und sehen auf was man so steht. Was sehr streng kontrolliert wird ist die Answesenheit von allen Schülern. Weil jeder einen anderen Stundenplan hat, ist die Gefahr das jemand zwischen den Stunden verschwindet natürlich größer. Darum wird vor jeder Stunde die Anwesenheit überprüft.

Nach Englisch habe ich AP Environmental Science. AP steht für Advanced Placement, der Kurs ist dementsprechend ziemlich schwer und beinahe auf dem Level eines Collegekurses. In Environmental Science beschäftigen wir uns im Großen und Ganzen mit der Umwelt, also Ökosystemen, dem Klimawandel, Bevölkerung, Naturkatastrophen und vielem mehr, eben alles was in unserer Umwelt passiert. Außerdem machen wir Experimente im Labor. Mir gefällt das Fach obwohl ich noch nicht so viel mitbekomme weil die Wörter ziemlich schwierig sind.
Eine große Besonderheit an diesem Fach: Jeder bekommt zum Beginn der Stunde seinen eigenen Laptop (rechts), genauer ein GoogleChromebook. Die Science Klassen finden in einem Internetforum statt, dort können wir diskutieren, bekommen Fragen gestellt und recherchieren. Auch für Tests benutzen wir den Computer. Parallel haben wir natürlich auch einen Lehrer den wir Fragen stellen können. Dieser stellt auch die Fragen für uns online. Wer jetzt denkt dass man ja dann die ganze Zeit auf Facebook unterwegs sein kann liegt falsch, Seiten wie Facbook und YouTube sind gesperrt.

Nach Science haben wir LunchBreak, also Mittagessen. Das Essen ist..., naja..., furchtbar? Ich lerne wirklich meine Mensa in Deutschland zu schätzen, hier gibt es jede Woche das selbe und es ist wirklich nicht besonders gut. Wir haben nur eine gute halbe Stunde Mittagspause, da die Stunden länger sind als in Deutschland. Die Schule beginnt um 08:15 und endet um 15:10 Uhr. Die Stunden gehen ca. 55 Minuten, zwischen den Fächern haben wir 4 Minuten Pause, die man aber braucht wenn man zu seinem Locker und zurück geht.




Nach der Mittagspause habe ich Weights, also Gewichte heben. Ich habe das ehrlich gesagt noch nie vorher gemacht, aber es ist eigentlich gar nicht so schlecht. Ich bin nicht besonders gut, aber die Notengebung in diesem Fach funktioniert größtenteils über Anwesenheit und das Notebook das man einreichen muss. Darin muss man festhalten was man an welchem Tag gemacht hat.


Nach Weights kommt ein spaßiger Teil des Schultages. Wir nennen es Core/Flex. Die Lehrer bieten verschieden Clubs für eine halbe Stunde an. Ich bin im DanceClub, wir lernen Swing-Dancing, und es macht viel Spaß. Wer Probleme in einer Klasse hat kann in dieser Stunde auch eine Art Nachhilfe nehmen und sich so verbessern. (Ich wechsle wahrscheinlich demnächst in PreCalculus ;).)

Letzte Stunde: Choir. Wie sind ein ziemlich großer Schulchor mit ca. 30 Leuten. Insgesamt gesehen sind wir nicht sooo gut, aber da man sich jeden Tag sieht wird das schon. Über das Schuljahr haben wir verschiedene Auftritte und am Ende des Jahres fahren wir nach Silverwood, einen großen Freizeitpark. Im Moment singen wir "Sleigh Ride", ein Medley aus "Phantom of the Operah", "Somebody to Love" und ein paar andere Lieder.
Ein weiteres Plus an diesem Schulsystem ist die Inklusion von geistig behinderten Kindern. Wie haben einige Schüler mit dem DownSyndrom an unserer Schule, die eine spezielle Förderung und einen extra Betreuer bekommen. Teils nehmen sie an regulären Klassen teil, teils an speziellen Klassen.

Nach der Schule bin ich im CrossCountry Training und um 17:30 dann endlich fertig. Die Tage sind lang, wir haben Hausaufgaben, aber es macht Spaß. Die Schule ist der Mittelpunkt im alltäglichen Leben hier, viel mehr als in Deutschland.

Sonntag, 5. Oktober 2014

Apple Harvest Festival und Mount St. Helens

Hallo mal wieder aus Onalaska,
diese Woche war ziemlich anstrengend: neben drei 5-Kilometer-Läufen hatte ich auch einige Tests in der Schule bei denen ich nicht besonders gut weggekommen bin ;) Inzwischen komme ich aber mit dem Englisch ganz gut mit.

Gestern war hier in Onalaska das Apple Harvest Festival. Jeder Ort hier in der Umgebung hat ein Mal im Jahr eine Art Stadtfest mit einer Parade. Die Parade war sehr klein, es leben ja auch nur ca. 1000 Leute in Onalaska. Die Parade ist so wie bei uns Fasnacht oder Karneval abläuft. Umzugswagen (in meinem Fall auch ein paar Tracktoren) fahren durch die Stadt und die Leute schmeißen Süßigkeiten aus den Fenstern. Am Apple Harvest Fest dreht sich natürlich viel um die Äpfel die dieses Jahr geerntet wurden. Es gibt außerdem einen Apple-Pie Contest, ich war einer der Richter. Der Gewinner des Contests kann sich über einen Preis freuen!

Nach dem Apple Harvest Festival bin ich mit meiner Gastfamilie zum Mount Saint Helens gefahren der ca. 2 Stunden von uns entfernt ist. Mount St. Helens ist ein Vulkan der 1980 ausgebrochen ist. Hier ein Bild, links vor und rechts nach dem Ausbruch.


Innerhalb von ca. 30 Minuten wurden damals ganze Landstriche vernichtet. Ein kompletter Wald wurde von der Wucht des Ausbruchs "umgeknickt". Der Berg ist auf jeden Fall toll anzusehen und es war ein interessantes Erlebnis.


Viele Grüße und bis bald
Jonas

Neue Bilder in "Mein Auslandsjahr in Bildern".