Sonntag, 23. November 2014

Wenn es dunkel wird...

Der Alltag hier in Washington unterscheidet sich, zumindest in meiner Gastfamilie, extrem von meinem Alltag in Deutschland. Ein großer Unterschied ist besonders die Familie. In Deutschland lebe ich nicht mit Geschwistern zusammen und das ist auf jeden Fall eine spannende Erfahrung plötzlich ständig einen Bruder um sich herum zu haben. Ich habe fürher nie verstanden wie sich Geschwister "anfühlen" aber das macht jetzt plötzlich Sinn.

Im Alltagsleben hier muss man immer mit Überraschungen rechnen. Als zum ersten Mal der Strom ausgefallen ist konnte meine Familie hier gar nicht fassen dass das mir das noch nie passiert ist. Hier in Washington hat man schon mal 8 Stunden keinen Strom, keine große Sache. Trotzdem, durch diese ganzen Sachen die hier passieren lernt man ständig neue Sachen kennen. Wenn es plötzlich dunkel wird weil man wieder keinen Strom hat fängt man an darüber nachzudenken, ein Leben ohne Fernsehen, Internet oder Computer. an spielt Spiele im Kerzenlicht und wärmt sich mit Feuer. Die Zeit steht still, man muss über nichts nachdenken, sich keine Sorgen machen. Man kann eh nichts ändern. Diese ganze Situation hat in mir so ein Gefühl ausgelöst, ein Gefühl von Sicherheit. Klingt komisch aber ich mache mir allgemein wenigher Sorgen über Dinge die passieren als bevor.  Denn im Endeffekt kann man eh nichts dran ändern. Es ist wie es ist und es kommt wie es kommt.

Mir geht es wirklich gut hier, ich fühle mich aufgenommen, in Familie, der Gemeinde und bei Freunden.

Euer
Jonas

Sonntag, 16. November 2014

Veterans Day und Scaleshack

Hey there,
Dienstag der vergangenen Woche war der Veterans Day in den Vereinigten Staaten. Jedes Jahr am 11. November erinnert man an die Kriegsveteranen also an alle die irgendwann mal für die Army gedient haben. Da die USA, die größte Armee der Welt haben, gibt es fast überall solche Veteranen. Am Montag hatten wir in der Schule eine Versammlung, wo man die Veteranen treffen konnte. Hier werden Aussätze vorgelesen, und die Ehemaligen Soldaten und Soldatinnen erzählen von ihren Erfahrungen. Amerika zum Maximum. Der Patriotismus hier ist ein ganz anderer als in Deutschland. Hier gibt es in jedem einzelnen Klassenzimmer eine amerikanische Flagge. Außerdem beginnt jeder Schultag mit dem Flag-Salute, bei dem man Treue auf die Flagge schwört. Als ich hier erzählt habe, dass man bei uns fast keine Deutschlandfahnen sieht bekam ich erst mal ein Kopfschütteln.

Am Dienstag hatte ich keine Schule und bin mit meinem Gastbruder und Freunden zu einem Aussichtspunkt gefahren, ich hatte einen tollen Ausblick über die Gegend in der ich lebe. Hier zwei Bilder.



Jetzt verstehe ich warum Washington auch "The Evergreen State" genannt wird!

Euer
Jonas

Sonntag, 9. November 2014

CrossCountry State Championship 2014

Hallo Deutschland,
dieses Wochenende war einiges los! Ich bin am Freitag mit dem CrossCountry Team nach Pasco zum State Championship gefahren. In diesem letzten Meet treffen sich die besten Teams aus Washington State. Die Regeln dabei sind wie bei jedem anderen CrossCountry Meet: Eine 5km Strecke, man rennt so schnell man kann, der Erste gewinnt. Bei State Championship rennen nur die besten sieben Läufer von jedem Team, das Rennen ist dementsprechend anstrengend und ziemlich schnell. Freitagmorgen frühstückten wir bevor wir uns auf den 5stündigen Weg nach Pasco machten. Bevor wir in die Vans gestiegen sind gab es noch die Send-Off Zeremonie. Die ganze HighSchool, die ElementarySchool und die MiddleSchool stehen draußen und klatschen geben dem Team High-Fives. Das ist echt ein krasses Gefühl, man fühlt Verantwortung für die ganze Schule und möchte sein Bestes geben! Pasco ist wie gesagt ungefähr 5 Stunden mit dem Auto entfernt, deshalb haben wir von Freitag auf Sonntag in einem Hotel übernachtet. Und die Schule bezahlt das Ganze. Das Hotel hatte einen Pool und wir hatten alles sehr viel Spaß zusammen.  Trotzdem sind wir alle nicht all zu spät ins Bett gegangen, wir wussten ja was am nächsten Tag auf uns zukommen würde. Das Rennen am Samstag fand auf einem Golfplatz statt, es war ziemlich hügelig und wie immer ziemlich anstrengend. Ich habe 20 Minuten und 37 Sekunden für das Rennen gebracht und bin damit eigentlich ganz zufrieden. Auf dem Weg nach Hause habe ich mit meiner Gastfamilie noch eine Art Roadtrip gemacht. Pasco liegt in Ost-Washington und die Natur ist hier wirklich komplett anders als im Südwesten wo ich lebe. Man fühlt sich wie in einem anderen Land.


Die CrossCountry Saison ist jetzt wie die Football und Fußball Saison zu Ende. Ich war in Deutschland nicht besonders sportlich und hatte allgemein mit Sport noch nie so viel zu tun. Aber seit ich hier bin hatte ich jeden Tag 2 Stunden Training mit dem Team und ich muss sagen, ich werde die Zeit vermissen. Wenn ich zurück in Deutschland bin werde ich mich auf jeden Fall nach einem ähnlichen Sport umsehen!


Euer
Jonas

Sonntag, 2. November 2014

Vielen Dank!

Hier noch was in eigener Sache: Ich will mich nochmals bei euch allen ganz herzlich bedanken. Dieser Blog hat inzwischen über 5000 Klicks und es tut echt gut zu wissen das man seine Erlebnisse mit jemand teilen kann. Ich freue mich immer über Anregungen, Kommentare oder Fragen! Dafür gibt's rechts das "Kontaktformular" oder lasst einfach einen Kommentar unter einem Post da. Ich hoffe wirklich dass dieser Blog was bringt, und dass man mitbekommt wie es hier so zugeht. Es macht wirlich Spaß meine Erfahrungen mit euch allen zu teilen, also zögert nicht und abonniert meinen eMail Feed oder teilt den Block mit euren Freunden.

Vielen vielen Dank
Jonas

Halloween

Hallo,
Freitag Abend, der 31. Oktober, ist jedes Jahr auf der ganzen Welt Halloween. So natürlich auch hier in Onalaska. Viele Jugendliche gehen an Halloween in ein so genanntes "Haunted House", ein Haus das Angst macht. In den Haunted Houses wird man von Verkleideten erschreckt, kann richtig gruselig sein. Ich bin aber mit ein paar Freunden ganz traditionell "Trick or Treating" gegangen. Daher kommt dieser Spruch: "Süßes oder Saures!" Hier sagt man einfach "Trick or Treat" und man bekommt Süßigkeiten. Oder, die Leute die einem nichts geben bekommen eben einen Trick, das kennt man ja aus verschiedenen Filmen. Dazu verkleidet man sich meistens, es muss nicht unbedingt gruselig sein. Ich hatte auf jeden Fall sehr viel Spaß und ein richtig "traditionelles" Halloween.

Grüße
Jonas

PS: Gestern war das so ziemlich wichtigste CrossCountry Meet in der Saison: Districts. Wer im Liga-System bei Districs weiterkommt, qualifiziert sich automatisch für State, und mein Team hat es geschafft! Darum bin von Freitag auf Samstag in Pasco (5 Stunden von hier entfernt) und habe mein letztes Meet. Davon gibt's dann nächste Woche mehr.